27. April 2008

Experten-Interviews, Teil 6: Werner Pamminger, Clusterland Oberösterreich

In der 2006 gegründeten Clusterland Oberösterreich GmbH sind die Aktivitäten von fünf Branchen-Clustern und drei branchenübergreifenden Netzwerken des Bundeslandes Oberösterreich organisiert. Geschäftsführer DI Werner Pamminger, MBA*, der mit dem KC Kunststoffcluster das mittlerweile größte europäische Netzwerk dieser Branche aufgebaut hat, leitet auch die Clusterland-Organisation. 

Lieber Werner Pamminger, Sie sind als Clustermanager des Kunststoffclusters und als “Chef der Clusterchefs” in einer Doppelrolle. Wie lassen sich in der Praxis beide Herausforderungen bewältigen?
 
Werner Pamminger: Durchaus nicht schlecht, da ich auf der operativen Ebene auch jene Dinge umsetzen muss, welche ich auf der strategischen Ebene einfordere, d.h. realistisch in Zielsetzung und konsequent in der Umsetzung zu bleiben. 

Ab welcher Größe und auf Grund welcher Anforderungen ist es denn Ihrer Erfahrung nach notwendig, die Cluster-Aktivitäten eines Landes in einer “Meta-Organisation” abseits der politischen Verwaltung zu organisieren? 

Werner Pamminger: Ich denke, dass dies nicht die Frage von Größe ist, als vielmehr der Zielsetzung, welche hinter eine Cluster-Initiative steht. Die Frage ist, ob Innovationsorientierung, Standortmarketing, Ausbildungsinitiativen etc. im Vordergrund steht, und abhängig davon ist auch immer die ideale Struktur. Auch hier gilt die alte Weisheit “structure follows strategy”. Das Allerwichtigste ist die Mittel- und Langfristorientierung, Kurzfrist-Erfolge sind eher die Ausnahme. Wie immer wird überschätzt, was kurzfristig geht und unterschätzt, was langfristig möglich ist. 

Der Kunststoffcluster war der erste Cluster in Österreich, in dem es zwischen zwei Bundesländern zu einer direkten Kooperation kam. Auch in anderen Bereichen ist die verstärkte Zusammenarbeit über Cluster- und Ländergrenzen hinweg zu beobachten. Wann sind solche Kooperationen sinnvoll und wie sieht hier die Abgrenzung zu anderen “Unternehmens-Netzwerken” wie den Wirtschaftskammern und der Industriellenvereinigung aus? 
 
Werner Pamminger: Eine Orientierung an wirtschaftlichen statt politisch/geografischen Grenzen ist immer sinnvoll. Die Abgrenzung zu Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung ergibt sich generisch auf der unterschiedlichen Zielsetzung und der unterschiedlichen Struktur. In Oberösterreich sind WK und IV sogar Gesellschafter der Clusterland OÖ GmbH; durch eine richtige Organisation kann sich hier ein enormer Mehrwert ergeben. 

Die oberösterreichischen Cluster haben sich von Beginn an durch den internationalen Fokus ausgezeichnet. Inwiefern wird diese Stoßrichtung durch die Cluster selbst und wie durch die Clusterland GmbH gefördert?

Werner Pamminger: Die Strategie und Stoßrichtungen der Cluster und Netzwerke der Clusterland OÖ werden durch unsere Firmenbeiräte bestimmt, daher gibt es keine unterschiedlichen Stoßrichtungen. Richtig ist, dass Internationalisierung für die Vielzahl der KMU´s eine wichtige Rolle spielt.
 
* DI Werner Pamminger, MBA ist Manager des 1999 in Oberösterreich gegründeten Kunststoffclusters. Seit Januar 2006 ist er auch Geschäftsführer der Clusterland Oberösterreich GmbH.

(c) Die Clusterlotsen, Franz Zuckriegl, 2008

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