10. April 2008

Entscheidungsfindung unter Zeitdruck und in Krisen

Einzelne Organisationen und Unternehmen werden an sich schon zunehmend komplexer. Die Situation verschärft sich nochmals deutlich, wenn Organisationen unterschiedlicher Kulturen ein Cluster bilden oder bereits eines sind. Da stoßen Organisationen aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik aufeinander und müssen miteinander möglichst effektiv klarkommen.

Das bedeutet für die Entscheidungsfindung verantwortlicher Personen und Führungskräfte eine besondere Herausforderung. Aus der Entscheidungspsychologie ist klar: Die Kapazität unserer bewussten Wahrnehmung und Informationsverarbeitung ist ausgesprochen begrenzt. Sie liegt nach dem augenblicklichen Forschungsstand bei ca. 50 Bits pro Sekunde. Allerdings verfügt jeder Mensch über eine wesentlich höhere Kapazität in seiner unbewussten Wahrnehmung und Informationsverarbeitung: Hier können Sie, wie jeder andere auch, rund 11.000.000 Bits pro Sekunde wahrnehmen und verarbeiten.

Das bedeutet: Unsere unbewusste Wahrnehmung und Informationsverarbeitung übertrifft die bewusste um den Faktor 220.000! Somit stellt sich schnell die Frage: Wäre es nicht eine unökonomische Ressourcenverschwendung, diese unbewussten Prozesse in der täglichen Arbeit zu ignorieren?

Das, was Sie, Ihre Kollegen, Mitarbeiter oder Cluster-Partner unbewusst wahrnehmen und zudem in Form ihres Erfahrungswissens gespeichert haben, zeigt sich immer wieder als intuitiver Entscheidungs- oder Handlungsimpuls. Es ist alles andere als ein unprofessionelles “Gefühl”. Diese Intuition kann im übrigen weiter professionalisiert werden. Das Ergebnis: Effektivere Entscheidungsfindung auch und gerade unter Zeitdruck und in Krisensituationen.

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