31. Juli 2009
Graz wird “City of Design”
Die steirische Landeshauptstadt hat sich bei der UNESCO um den prestigeträchtigen Titel einer “City of Design” beworben. In spätestens einem Jahr wird entschieden sein, ob Graz sich nun nach dem Titel “UNESCO-Weltkulturerbe” und “Kulturhauptstadt Europas” mit einem neuen Zeichen schmücken darf. Wobei: “Der Titel ist das Unwichtigste an der Geschichte – wichtig ist die Haltung, die man zum Thema entwickelt. Design ist ein Gestaltungsprozess und keine Behübschung”. Das sagt Eberhard Schrempf, Geschäftsführer der Netzwerkgesellschaft “Creative Industries Styria (CIS)“, und als solcher verantwortlich für die Ausarbeitung und Präsentation der Bewerbung. Schrempf sieht im Bemühen um die Aufnahme in das UNESCO-Städtenetzwerk “eine Positionierung für die Zukunft und nicht einen Titel für ein, zwei Jahre.”
Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl wiederum nahm bei der Einreichungs-Präsentation gleich die erwartbare Kritik vorweg: “Auch als wir uns entschlossen hatten, zur Kulturhauptstadt Europas werden zu wollen, hat es viele Kritiker und Zweifler gegeben.” Und tatsächlich fragen sich viele Grazerinnen und Grazer auch heute wieder, warum man in dieses Projekt in den nächsten fünf Jahren 1,5 Millionen Euro investiere, wo es doch an allen Ecken und Enden der Stadt an Geld mangle.
Der steirische Wirtschafts-Landesrat Christian Buchmann stellt solchen Argumenten den Aspekt der regionalen Wertschöpfung gegenüber, die für die ”Creative Industries” im Großraum Graz bei jährlich 1,5 Milliarden Euro und damit bei 14 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung liegt. Weshalb auch das Land das Projekt seiner Hauptstadt unterstützt.
Dieser “Doppelpass zwischen Land und Stadt” ist für Eberhard Schrempf Grundvoraussetzung für den Erfolg des gesamten Projektes. Der Chef der Creative Industries Styria blickt optimistisch in die Zukunft: “Graz und die Steiermark können zu einem europäischen Epizentrum der Kreativwirtschaft werden.”