Der Technologiebereich der Hessen Agentur ist vom Selbstverständnis “zentrale Anlaufstelle für die Betreuung von Cluster- und Netzwerkbildungsprozessen zwischen Industrieunternehmen und Hochschulen entlang der Wertschöpfungskette in zukunftsorientierten Branchen und Technologiefeldern”. Dr. Gerrit Stratmann* ist in der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landes Hessen zuständig für das TechnologieTransferNetzwerk (TTN-Hessen) und die Betreuung und Entwicklung von Netzwerken und Clustern.
Sehr geehrter Dr. Stratmann, die Gründung von Cluster- und Netzwerkinitiativen erfolgt auf zwei Wegen: Entweder investiert eine regionale Regierung im Zuge der Strukturentwicklung in eine als chancenreich erkannte Branche oder Unternehmen einer Branche sehen konkrete Projektchancen und treten von sich aus an die Regierung heran mit der Bitte um Unterstützung. Aus Ihrer bisherigen Erfahrung: Welche Variante kommt in Hessen öfter vor?
Gerrit Stratmann: Das ist von Branche zu Branche unterschiedlich. Es gibt erfolgreiche Clusterinitiativen wie den Automotive Cluster RheinMainNeckar, der gemeinsam von einer Gruppe von Unternehmern und regionalen Wirtschaftsförderern etabliert wurde und ehrenamtlich gemanagt wird. Grundsätzlich ist es dennoch so, dass die Entwicklung von Clusterinitiativen auch in Deutschland von der jeweiligen Landespolitik geprägt wird. Die Frage ist immer, in welcher Form das Fördergeld verteilt wird: Hessen geht dabei ganz bewusst einen Weg, den man als “bottom-up-Ansatz” bezeichnet. Die Initiative zur Vernetzung von Clustern muss von unten, den Akteuren in den Unternehmen und Regionen, kommen und kann nicht von der Politik “verordnet” werden. In Bayern wird hingegen eher eine “top-down-Strategie” verfolgt.
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