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4. November 2008

Experten-Interviews, Teil 15: André-Bastian Soudah, Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland

 

“Erfolgreiche Unternehmen für eine erfolgreiche Region” 

Die “Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland” ist eine Organisation von Unternehmen für Unternehmen, wie André-Bastian Soudah*, Clustermanager der Initiative, erzählt. “Unser Ziel ist es, Clusterbildungsprozesse zu initiieren.” Das heißt, es geht darum, zuerst regionale Stärken herauszufinden und anschließend die Schlüsselspieler einer Branche zusammen zu bringen und für die Vorteile eines Clusterprozesses zu werben und erste gemeinsame Projekte auf den Weg zu bringen. “Wenn wir dann nach zwei, drei Jahren sehen, dass die Clusterinitiative selbstständig ist, ziehen wir uns langsam wieder zurück”, erläutert Soudah die Strategie der Wirtschaftsinitiative, die Wert darauf legt, “ ausschliesslich von der Wirtschaft getragen” zu werden. Clusterlotse Franz Zuckriegl im Gespräch über Strategien, Krisen und Chancen von Netzwerken in der Mitte Deutschlands.

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18. Juli 2008

Experten-Interviews, Teil 14: Johannes Khinast, RCPE Graz

 

Am 28. September 2007 entschied in Wien eine zwölfköpfige, international besetzte Jury nach einem zehnmonatigen Wettbewerbsverfahren über die Vergabe von insgesamt acht K1-Zentren und drei K2-Zentren sowie über 16 Anträge für K-Projekte. Im vom österreichischen Innovations- und Technologie- (BMVIT) gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium (BMWA) getragenen Programm “COMET – Competence Centers for Excellent Technologies” standen in der ersten Ausschreibungsrunde insgesamt 130 Mio. Euro an Bundesmitteln zur Verfügung.

Mit dem Grazer “Competence Center for Pharmaceutical Engineering (CCPE)” konnte ein Antrag in einem völlig neuen Forschungsfeld die COMET-Jury überzeugen. “Pharmaceutical Engineering” zielt darauf ab, die  Medikamenten-Entwicklung zu beschleunigen und eröffnet neue Möglichkeiten in der Personalisierung von Medikamenten. Der Antrag wurde von einem Konsortium bestehend aus der TU Graz, der Karl-Franzens-Universität, Joanneum Research und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie 15 Top-Unternehmen aus der Pharma- und Anlagenbau-Branche eingereicht.

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4. Juli 2008

Experten-Interviews, Teil 13: Detlef Terzenbach, Frankfurt Biotech Alliance

 

Kernpunkt des Frankfurter Clusterkonzeptes „Integrierte Bioindustrie“ ist es, über die gesamte Wertschöpfungskette der weißen Biotechnologie „die Kompetenzen von Wissenschaft und Industrie zu vernetzen und Verbundprojekte zu initiieren, aus denen marktfähige Produkte und Dienstleistungen hervorgehen“, so Projektleiter Dr. Detlef Terzenbach*. Der Fokus des Frankfurter Clusters liegt dabei auf Anwendungen in der Fein- und Spezialchemie.

Sehr geehrter Dr. Terzenbach, Sie befinden sich in der Startphase eines Clusters. Was waren die wesentlichen Strategien und Erfahrungen der ersten Monate als Clustermanager?

Detlef Terzenbach: Wir sind im Juni 2007 mit dem Grundansatz gestartet, die „weiße Biotechnologie“ zu fördern. Der Cluster ist eine klassische „Top-Down-Initiative“: Unser Frankfurter Clusterkonzept ist eines der fünf Sieger aus dem BMBF-Wettbewerb BioIndustrie 2021 und kann nun 5 Mio. Euro zur Förderung von Verbundprojekten zur Verfügung stellen. Da nicht alle Ressourcen über die gesamte Wertschöpfungskette im Land entwickelt sind, waren wir von Anfang an auch offen für internationale Kooperationen.  

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13. Juni 2008

Experten-Interviews, Teil 12: Christian Buchmann, Wirtschaftslandesrat Steiermark

 

Seit 1995 gehören im österreichischen Bundesland Steiermark Cluster-Initiativen zur Wirtschaftsstrategie. Mittlerweile gibt es sieben Cluster und Netzwerke im Land und die Wirtschaftspolitik ist bestrebt, diesen Netzwerken auch eine internationale Perspektive zu geben. Als Landesrat für Wirtschaft, Innovation und Finanzen ist Dr. Christian Buchmann* der politisch Verantwortliche für die Cluster in der steirischen Landesregierung. Ein Gespräch über die Cluster-Strategie eines Landes.      

Die Steiermark gilt als “Mutterland der Cluster in Europa” und hat seit 1995, als der Autocluster ins Leben gerufen wurde, Erfahrung mit Clustern. Aus Ihrer Sicht als Wirtschaftspolitiker: Was haben die Cluster dem Land gebracht?

Christian Buchmann: Das Wirtschaftsressort des Landes Steiermark verfolgt eine Wirtschaftsstrategie, die den Titel “Innovation serienmäßig” trägt. Wesentlicher Bestandteil der Wirtschaftsstrategie ist das Arbeiten in Clustern und Netzwerken. In der Steiermark gibt es sieben Cluster und Netzwerke (Automobilcluster, Werkstoffcluster, Humantechnologiecluster, Holzcluster, Umwelttechnologienetzwerk, Lebensmitteltechnologienetzwerk und das Netzwerk der Kreativwirtschaft), die für den Wirtschaftsstandort große Bedeutung haben. Die 46.000 Mitarbeiter in den Partnerunternehmen des Autoclusters erzielen zum Beispiel jedes Jahr einen Umsatz von 11 Milliarden Euro. Fast jeder 2. steirische Arbeitnehmer arbeitet in einem Betrieb, der in einem Cluster oder in einem Netzwerk organisiert ist. Abgesehen von diesen volkswirtschaftlich beeindruckenden Zahlen haben die Cluster zu einer signifikanten Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Steiermark geführt sowie eine nationale und internationale Standortprofilierung gebracht.

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3. Juni 2008

Experten-Interviews, Teil 11, Wolfgang Sening, Cluster Medizintechnik Bayern

 

Der im Juni 2006 ins Leben gerufene High-Tech-Cluster Medizintechnik ist eine der insgesamt 19 Netzwerk-Organisationen der “Allianz Bayern Innovativ“. Bayern zählt zu den größten Produzenten und Exporteuren von Medizintechnik weltweit und deckt bei einem Exportanteil von 70 Prozent rund 30 Prozent der Gesamtproduktion Deutschlands ab. Mit dem Clustermanagement betraut wurde das seit zehn Jahren bestehende “Forum MedTech Pharma e.V.“. Vorstandsvorsitzender des Forums und Clustersprecher ist Prof. Dr. Michael Nerlich vom Klinikum der Universität Regensburg.

Sehr geehrter Dr. Sening*, seit Sommer 2006 sind Sie Manager des Clusters Medizintechnik. Ein junger Cluster, der allerdings bei  dem bereits sehr lange und gut funktionierenden Netzwerk Forum MedTech Pharma etabliert ist. Wie sieht die Aufgabenteilung in der Praxis aus?

Wolfgang Sening: Das Projekt “Cluster Medizintechnik” ist synergetisch in das Forum MedTech Pharma e.V. integriert, ein international ausgerichtetes Netzwerk mit mehr als 590 Mitgliedsorganisationen aus 14 Nationen, nicht nur aus den Bereichen Medizintechnik, sondern auch aus dem Pharma- und Biotech-Sektor. Die Clusteraktivitäten wiederum verfolgen eine regionale Perspektive mit dem klaren Fokus auf Medizintechnik. Im Rahmen des Clusters ist es uns möglich, einen noch engeren und direkteren Kontakt zu den Akteuren aufzubauen. Ein thematischer Schwerpunkt des Clusters liegt in der Aus- und Weiterbildung für die Gesundheitswirtschaft. So unterstützen wir etwa die FH Ansbach bei der Einrichtung eines biomedizinischen Studienganges, der 2009 starten wird.

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28. Mai 2008

Experten-Interviews, Teil 10, Eberhard Schrempf, CIS Creative Industries Styria

 

Das Netzwerk Creative Industries Styria (CIS) zählt zu den jüngsten Netzwerken und Clustern der Steiermark. Grundlegend für das Netzwerk war eine 2006 durchgeführte Potenzialanalyse der Kreativwirtschaft im Großraum Graz. Das für die “Kulturstadt Graz” wenig überraschende, aber erstmals wissenschaftlich fundierte Ergebnis: Die Kreativwirtschaft hat ein jährliches Wertschöpfungspotenzial von rund 1,5 Milliarden Euro, was einem Anteil von 14 Prozent an der gesamten Wertschöpfung entspricht. Grund genug, mit Mag. Eberhard Schrempf*, dem seit 2007 amtierenden Geschäftsführer der Creative Industries Styria, ein Gespräch zu führen.

Lieber Mag. Schrempf, wie haben Sie die Gründungsphase der neuen Netzwerkgesellschaft erlebt, warum hat man das in Angriff genommen?

Eberhard Schrempf: Ausschlaggebend für die Gründung waren sicher drei Faktoren: Erstens geht der internationale Trend dahin, den Wert von Kreativität und Kreativwirtschaft richtig einordnen zu können. Und mittlerweile schätzt und respektiert man die “kreative Klasse”. Zweitens lieferte die Studie von Joanneum Research zum Kreativpotenzial im Großraum Graz die entsprechenden Daten und Fakten. Und drittens gibt es in der Steiermark eine lange Tradition der Organisation unternehmerischer Aktivitäten in Form von Clustern und Netzwerken. Meiner Ansicht nach ist es auch ganz gut, dass wir in Sachen Kreativwirtschafts-Vernetzung erst bei der “zweiten Welle” dabei sind; so konnten wir viel von positiven Beispielen wie dem Werkraum Bregenzerwald oder der Wiener Initiative departure lernen.

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21. Mai 2008

Experten-Interviews, Teil 9: Gerrit Stratmann, HA Hessen Agentur

 

Der Technologiebereich der Hessen Agentur ist vom Selbstverständnis “zentrale Anlaufstelle für die Betreuung von Cluster- und Netzwerkbildungsprozessen zwischen Industrieunternehmen  und Hochschulen entlang der Wertschöpfungskette in zukunftsorientierten Branchen und Technologiefeldern”. Dr. Gerrit Stratmann* ist in der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landes Hessen zuständig für das TechnologieTransferNetzwerk (TTN-Hessen) und die Betreuung und Entwicklung von Netzwerken und Clustern.  

Sehr geehrter Dr. Stratmann, die Gründung von Cluster- und Netzwerkinitiativen erfolgt auf zwei Wegen: Entweder investiert eine regionale Regierung im Zuge der Strukturentwicklung in eine als chancenreich erkannte Branche oder Unternehmen einer Branche sehen konkrete Projektchancen und treten von sich aus an die Regierung heran mit der Bitte um Unterstützung. Aus Ihrer bisherigen Erfahrung: Welche Variante kommt in Hessen öfter vor?

Gerrit Stratmann: Das ist von Branche zu Branche unterschiedlich. Es gibt erfolgreiche Clusterinitiativen wie den Automotive Cluster RheinMainNeckar, der gemeinsam von einer Gruppe von Unternehmern und regionalen Wirtschaftsförderern etabliert wurde und ehrenamtlich gemanagt wird. Grundsätzlich ist es dennoch so, dass die Entwicklung von Clusterinitiativen auch in Deutschland von der jeweiligen Landespolitik geprägt wird. Die Frage ist immer, in welcher Form das Fördergeld verteilt wird: Hessen geht dabei ganz bewusst einen Weg, den man als “bottom-up-Ansatz” bezeichnet. Die Initiative zur Vernetzung von Clustern muss von unten, den Akteuren in den Unternehmen und Regionen, kommen und kann nicht von der Politik “verordnet” werden. In Bayern wird hingegen eher eine “top-down-Strategie” verfolgt.

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15. Mai 2008

Experten-Interviews, Teil 8: Andreas Weißflog, timm Mittelhessen

 

Das im Oktober 2007 ins Leben gerufene „Kooperationsnetzwerk für die Medizinwirtschaft in Mittelhessen und der Wetterau“ hat sich mittelfristig ehrgeizige Ziele gesteckt, so Clustermanager Dr. Andreas Weißflog*: „Wir wollen in fünf Jahren zum meist beachteten Medizincluster Deutschlands werden.“ Mit den Universitäten in Gießen und Marburg, der FH Gießen-Friedberg und den innovativen Unternehmen der Region zählt Mittelhessen heute schon zu den wichtigsten Medizinwirtschafts-Standorten Deutschlands.  

Sehr geehrter Dr. Weißflog, Sie befinden sich in der Startphase eines Clusters. Was waren die wesentlichen Erfahrungen der ersten Monate als Clustermanager?

Andreas Weißflog: Zuerst einmal war es wichtig, alle Akteure der Branche kennen zu lernen. Die Initiative zum Cluster ging von der Politik aus: Im Rahmen einer Medizintechnikstudie wurde das wirtschaftliche und wissenschaftliche Potenzial erhoben und daraus ergaben sich erste Ansatzpunkte für konkrete Projekte. Ausgangspunkt von timm (Technologie & Innovation Medizinregion Mittelhessen) waren die Hochschulen mit ihrem wissenschaftlichen Potenzial. Und es war das Ziel der Politik und Förderorganisationen, den Markt und die Innovationen aus den Forschungseinrichtungen auch für die regionalen Unternehmen zu erschließen.  

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6. Mai 2008

Experten-Interviews, Teil 7: Wulf Brämer, Materials Valley e.V.

 

2002 wurde der Verein „Materials Valley Rheinmain e.V.“ gegründet. Laut Eigendefinition ist das Ziel des „Kompetenznetzwerkes für Materialforschung und Werkstofftechnik“ „die Profilierung der Region Rhein Main als High-Tech-Standort für Materialforschung und Werkstofftechnologie“. Geschäftsführer Dr. Wulf Brämer* betont, dass die Initiative zur Schaffung des Netzwerkes von der Industrie ergriffen wurde. Die Konsequenz daraus ist, dass sich der Verein somit auch in erster Linie und direkt um die Anliegen der Unternehmen kümmert. 

Sehr geehrter Dr. Brämer, wenn Sie sich an den Start des Materials Valley erinnern: Mit welcher Intention ging das Netzwerk an den Start ging es eher um Standortmarketingoder eher um Wirtschaftsförderung und welche Schlüsselspieler waren von Beginn an dabei?

Wulf Brämer: Unsere Initiative kam direkt aus der Industrie und das hieß auch, dass die Unternehmen von Anfang an hinter der Initiative standen und stehen. Es gab keine öffentlichen Institutionen, die uns dabei geholfen haben – wir wollten das auch gar nicht. Heute sind natürlich auch Institutionen wie die Hessen Agentur oder Bayern Innovativ in den Vereinsvorstand eingebunden. Das Programm unseres Netzwerkes gestalten allerdings die Unternehmen: Im Rahmen unserer Workshops und der Vortragsreihe Materialforum, die immer in den Konferenzzentren der Unternehmen  stattfinden, wird über neue interessante technologische Themen referiert und diskutiert. Die Workshops dienen einerseits dem Wissenstransfer auf hohem technologischem Niveau und andererseits als Kommunikationsplattform. Kurz formuliert: Es geht um den Wissenstransfer in die beteiligten Unternehmen und damit indirekt um eine Wirtschaftsförderung, mit deren Hilfe die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Rhein Main für Spezialisten gesteigert und Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert werden sollen.  

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27. April 2008

Experten-Interviews, Teil 6: Werner Pamminger, Clusterland Oberösterreich

 

In der 2006 gegründeten Clusterland Oberösterreich GmbH sind die Aktivitäten von fünf Branchen-Clustern und drei branchenübergreifenden Netzwerken des Bundeslandes Oberösterreich organisiert. Geschäftsführer DI Werner Pamminger, MBA*, der mit dem KC Kunststoffcluster das mittlerweile größte europäische Netzwerk dieser Branche aufgebaut hat, leitet auch die Clusterland-Organisation. 

Lieber Werner Pamminger, Sie sind als Clustermanager des Kunststoffclusters und als “Chef der Clusterchefs” in einer Doppelrolle. Wie lassen sich in der Praxis beide Herausforderungen bewältigen?
 
Werner Pamminger: Durchaus nicht schlecht, da ich auf der operativen Ebene auch jene Dinge umsetzen muss, welche ich auf der strategischen Ebene einfordere, d.h. realistisch in Zielsetzung und konsequent in der Umsetzung zu bleiben. 

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